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Gimp 2.4
Pixelfreeware mit vielen Verbesserung
Heico Neumeyer
Weitere KorrekturenImmerhin bietet Gimp sonst zumindest in Teilbereichen eine gute Leistung. So gibt es ein Arsenal leistungsfähiger Kontrastkorrekturen, darunter auch eine vollwertige Gradationskurve, die auch einzelne Grundfarben bearbeitet und Anfasspunkte per Strg-Klick ins Bild annimmt – damit kann etwa das 100-Euro-Programm Photoshop Elements nicht dienen. Allerdings: Ein "digitaler Aufhellblitz" zum Verbessern starker Unterbelichtungen bei Gegenlicht fehlt. Und die einzelnen Farbbereiche des Befehls "Farbton/Sättigung" sind so hart und unflexibel voneinander abgegrenzt, dass generell unschöne Risse entstehen, wenn man etwa nur das Himmelsblau korrigieren will. Also muss man den geplanten Farbbereich doch vorab mit Zauberstab oder anderen Werkzeugen auswählen. Und Einstellungsebenen, also abschaltbare und umstellbare Kontrastkorrekturen, sollen auch erst in der Gimp-Version 2.6 kommen – doch wer weiß, wann das sein wird. Erst dann soll es zudem auch Unterstützung für 16-Bit-Dateien und den Lab-Farbraum geben. Für 16-Bit- und Raw-Dateien ebenso wie für Exif-Daten braucht man Plug-Ins.OberflächeDie Gimp-Oberfläche bleibt umständlich, doch das Update bringt immerhin leichte Verbesserungen. So blendet die Tab-Taste nun alle Paletten auf einen Schlag aus. Allerdings muss vorher eine Bilddatei und nicht eine Palette aktiviert sein. Was man schon bei Photoshop CS3 und Lightroom kennengelernt hat, liefert in Ansätzen jetzt auch Gimp: Ändern von Werten in Dialogfeldern durch Ziehen im Bild. Wer den Befehl "Helligkeit und Kontrast" öffnet, richtet durch senkrechtes Ziehen in der Datei die "Helligkeit" neu ein. Horizontale Mausbewegungen sorgen für neue "Kontrast“-Werte. Allerdings wird das Bild nicht schnell genug aktualisiert. Theoretisch kann man auch die Zauberstab-Toleranz durch Ziehen ändern, doch in der Praxis funktioniert das noch nicht richtig. Gimp unterstützt nun auch Farbprofile mit den Endungen .icc und .icm. Wer kommerzielle Programme gewohnt ist, wundert sich freilich, dass der Gimp-Anwender die Profile erst auf eigene Faust von der Festplatte zusammensuchen muss. Wird ein Bild mit dem falschen Farbprofil geöffnet, fragt Gimp nach, ob es in den Arbeitsfarbraum konvertiert werden soll. Insgesamt bleibt die Oberfläche stark gewöhnungsbedürftig. Weiterhin erscheint Gimp als ein Wust von einzelnen Paletten und Fenstern, die sich ständig gegenseitig überdecken. So muss man laufend die Bilddatei wegklappen, um wieder an Werkzeugleiste oder Ebenenpalette zu kommen oder man probiert es mit der Tab-Taste. Jede einzelne Palette, jedes Bild bildet ein Objekt in der Windows-Taskleiste. Das nervt enorm, speziell wenn weitere Programme geöffnet sind. Eine Alternative zum Palettenverhau à la Gimp bietet zwar die Freeware Gimpshop, die das ganze Programm in eine Photoshop-artige Oberfläche verpackt – doch Gimpshop ist nicht immer auf dem neuesten Stand.Hat eine Datei das falsche Farbprofil, wird sie auf Wunsch umgewndelt Seltsam auch, dass Gimp gleich zwei Hauptmenüs bietet – einmal über der zentralen Werkzeugleiste, einmal über jeder einzelnen Bilddatei. So gebietet der verwirrte Nutzer gleich über zwei "Datei"-Menüs – die sich auch noch etwas unterscheiden. Teile aus dem Hauptmenü "Farben" kehren im Untermenü "Werkzeuge, Farben" wieder. Zum Aufzeichnen eigener Befehlsfolgen muss man sich mit der Script-Fu-Technik vertraut machen – extrem kompliziert im Vergleich zu Photoshop-Vollversionen oder PhotoImpact. Der Speichern-Dialog ist allerdings etwas umständlich, sodass es Mühe macht, ihn zu durchschauen. Immerhin: die ehrenamtlichen Gimp-Programmierer hatten auch ein paar gute Ideen, die man so bei der Konkurrenz von Photoshop bis Paint Shop nicht wiederfindet. Zum Beispiel die Menüs: Sie lassen sich abreißen und auf dem Bildschirm ablegen – häufig benutzte Befehle stehen damit schnell zur Verfügung. Einzelne Menübefehle lassen sich mit beliebigen Tasten belegen, und was Gimp in der Titel- und Statusleiste meldet, steuert der Anwender nach Belieben.Gimp 2.4: Verbessert und solideKeine Frage: Gimp 2.4 stresst weniger als frühere Ausgaben und das schon in der noch nicht endgültig fertigen Fassung als Release Candidate 3. Die Installation läuft sahneglatt und ohne Jonglieren mit verschiedenen Dateipaketen – ein Riesenfortschritt gegenüber den alten Tagen. Die Version 24 RC3 hielt sich im Test stets wacker vom Öffnen bis zum Beenden – die Abstürze der Vergangenheit sind passé. Gimp bietet solide Werkzeuge für die Grundaufgaben der Bildbearbeitung, von der Kontrastkorrektur bis zur Montage. Dazu kommen zahlreiche Befehle, die eher wie Spielerei wirken.Heico Neumeyer ist Fachjournalist und Trainer für Bildbearbeitung und Fotografie. Von Neumeyer stammt der Fachbuch-Klassiker "Photoshop Kompendium", das im Oktober in der Version zu Photoshop CS3 erscheint. |
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