Mit der Usability ist das so eine Sache. Weltweit soll es rund 50.000 Experten geben, wenn es um einfache Handhabung von Geräten und Software geht. Einen einheitlichen Ausbildungsweg gibt es jedoch nicht. Somit schwankt die Qualität der Arbeiten.
Zwar wirken die Universitäten mit der inhaltlichen Orientierung ihrer Studiengänge auf die Vermittlung von Usability-Wissen hin. So bietet der Studiengang Informatik verstärkt Usability-Module im Wahlpflichtbereich. Auch die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg engagiert sich für das Thema Mensch-Maschine-Interaktion. Die Universität Siegen bietet ab dem Wintersemester 2009 mit "Human Computer Interaction" sogar einen speziell auf Usability ausgerichteten Studiengang an. Daneben findet man immer mehr Weiterbildungsangebote, wenn auch nur in Form von Tagesseminaren. Eine ganzheitliche und auf die Arbeitspraxis hin orientierte Ausbildung mit anschließender Abschlussprüfung existiert in der Region Bonn / Rhein-Sieg bisher jedoch nicht.
Ausbildung zum zertifizierten Usability Engineer
Das Fraunhofer FIT will dies ändern. Ab Februar 2009 bietet es eine neue Ausbildung an, in der praxisnahes Usability-Wissen gemäß international anerkannter Qualitätsstandards vermittelt werden soll. Für den zertifizierten Usability Engineer wurde ein praxisnahes Lehrkonzept ausgearbeitet. Die Schulungsteilnehmer nehmen die Rolle eines Usability Consultants in einem fiktiven IT-Unternehmen ein. Sie müssen sich darin mit ihrer Idee behaupten, ab jetzt Produkte benutzerfreundlicher gestalten zu wollen.
Praktisch eingeübt werden dabei vor allem die von der Deutschen Akkreditierungsstelle Technik GmbH (DATech) erarbeitete Zusammenstellung von Methoden zur Entwicklung und Überprüfung von interaktiven Produkten und deren Entwicklungsprozessen im Hinblick auf Normkonformität mit den international anerkannten Usability-Normen ISO 9241-11, -110 bzw. der ISO-Norm 13407. Ergänzt werden die DATech-Inhalte durch weitere praxisrelevante Erhebungs- und Auswertungsmethoden und international anerkannte Grundsätze der Informationsdarstellung und Benutzerführung.
Die Schulung besteht aus 16 Lehreinheiten sowie zusätzlichen Gastvorträgen aus der Industrie und wird ab 2009 zweimal jährlich angeboten. Der erste Kurs startet im Februar 2009. Die Kosten liegen bei 4900 Euro.


















Kommentare