Cloud-Computing ist momentan in vieler Munde und in aller Ohren, doch was sich genau dahinter verbirgt, ist vielen unklar – auch denen, die den neuen IT-Trend am Himmel aufziehen sehen. Bisher ist es auch noch nicht gelungen, Cloud Computing als Technologie zu definieren. Im Moment werden viele Aspekte beschrieben, die sich darunter fassen lassen, und es scheint, dass das namensgebende Bild der Wolke gegenwärtig die beste Metapher für einen Technologie-Mix ist, der sich hauptsächlich in seinen unterschiedlichen, aber schon erfolgreichen Service-Angeboten zeigt. Cloud Computing vereint gerade eine bunte Mischung von Anbietern und Angeboten wie Software-as-a-Service (salesforce.com, Google Mail), Infrastructure-aaS (Amazon EC2 und S3, Platform-aaS (force.com, Google App Engine) und wird von Analysten als ernstzunehmender Trend der nächsten Jahre gesehen.
Tipps für die Zukunft in der Wolke
David Chappell gehört zu diesen optimistischen Analysten und beschreibt in seinem lesenswerten Whitepaper "A Short Introduction to Cloud Platforms" die Besonderheiten von Cloud-Plattformen für die Entwicklung von Unternehmens-Anwendungen, die in oder mit der Cloud arbeiten. Er steckt mit seinem Text den Rahmen ab und lädt dazu ein über den Einsatz von Cloud-Plattformen im Unternehmen grundlegend nachzudenken.
Chappell weist in seinem Blog darauf hin, dass das Whitepaper zwar von Microsoft gesponsert ist, er aber seine Beispiele nicht Microsoft-spezifisch ausgewählt habe.
Allerdings lässt sich sicher auch sagen, dass Microsoft mit seinen Angeboten noch nicht so weit ist wie seine Wettbewerber, weshalb das Whitepaper zwei Funktionen erfüllte, die dem Sponsoren entgegenkommen, denn er wird mit seinen Wettbewerbern auf eine Stufe gestellt und kündigt damit zudem an, im Cloud-Geschäft mitmischen zu wollen. Der Blog bietet auch die Gelegenheit, das Whitepaper zu diskutieren.
Unternehmen in der Wolke
Im Fokus des Whitepapers steht die Cloud-Plattform als Basis für die Entwicklung und den Einsatz von Unternehmensanwendungen, unabhängig davon, ob man diese Basis nun Cloud-Plattform, On-Demand-Plattform oder Platform-as-a-Service nennt. Chappell ist wichtig, dass man Klarheit darüber erhält, was die Möglichkeit einer Cloud-Plattform sind und wo ihre Grenzen liegen. Der Text ist daher klar gegliedert und bietet einer Vielzahl von Definitionen, mit deren Hilfe es gelingt, die Strukturen und die Besonderheit der Cloud-Plattform zu verstehen. Zu beachten sind vor allem die Unterschiede zwischen den On-Premise-Plattformen, wie sie heute in jedem Unternehmen lokal installiert sind, also zum Beispiel Linux oder Windows auf dem Server oder Desktop und den Cloud-Plattformen. Im Moment verfügen Cloud-Plattformen noch nicht über das gleiche Leistungsspektrum wie die ausgereiften On-Premise-Lösungen. Doch bis sich ein Gleichstand einstellt ist nur eine Frage der Zeit. Chappell ist davon überzeugt, dass Cloud-Plattformen die nächste Generation der Anwendungsplattform sind.
Kontext der Cloud-Plattformen
Chappell stellt die Cloud-Plattform in einen Kontext mit zwei weiteren Arten von Cloud-Services, der den heutigen Stand des Einsatzes von Cloud Computing skizziert.
Software-as-a-Service (SaaS) – Eine SaaS-Anwendung zeichnet sich dadurch aus, dass sie vollständig in der Cloud läuft. Der On-Premise-Client, über den ein Nutzer diesen Service nutzt, ist üblicherweise ein Browser oder ein leichtgewichtiger Client speziell für diese Anwendung. Eine der bekanntesten SaaS-Anwendungen ist im Moment wohl Salesforce.com, doch gibt es auch schon viele andere.
Attached Services – Hierbei stellt eine On-Premise-Anwendung ausreichend Funktionen zur Verfügung, greift aber bei Bedarf auf anwendungsspezifische Dienste aus der Cloud zurück. Ein Beispiel hierfür ist Apples iTunes, dass als Anwendung auf dem Rechner ausreicht, um Musik zu verwalten und zu hören, das aber zugleich über den Store die Möglichkeit bietet, Musik und Videos zu kaufen und herunterzuladen – dieser Store ist in Chappells Worten "attached".
Während die beiden genannten Services sich an den Nutzer richten, ist die Cloud-Plattform entwicklerorientiert.
Eine Cloud-Plattform stellt cloud-basierte Services für die Entwicklung von Anwendungen zur Verfügung. Statt also selbst das Fundament für die Entwicklung einer SaaS-Anwendung zu schreiben, kann der Entwickler auf eine Cloud-Plattform zurückgreifen.
Die Cloud-Plattform selbst besteht wiederum aus drei Elementen: der Cloud Foundation, den Cloud Infrastructure Services und den Cloud Application Services.
Das sind zunächst die gleichen Elemente, die sich auch bei On-Premise-Plattformen finden, allerdings müssen in der Cloud andere Aspekte beachtet werden. So sind klassische Unternehmensanwendungen nur für den Zugriff einer kalkulierbar großen Zahl von Nutzern konzipiert, während Cloud Anwendungen auf Ebene des Internets betrachtet werden müssen. Das hat zur Folge, dass unter Umständen wesentlich mehr Zugriffen erfolgen, es hat aber auch Auswirkungen auf das Identitätsmanagement, die Speicherverwaltung und – verfügbarkeit und die Integration mit anderen Systemen. Diese Aufgaben müssen von den Infrastructure-Services der Plattform übernommen werden. Die Application-Services müssen wiederum diese Infrastruktur so nutzen, dass der Nutzer die Anwendungen optimal einsetzen kann und diese alles zur Verfügung stellt was er erwartet.
Die wechselseitigen Bedingungen dieser Elemente zu kennen und produktiv Umzusetzen ist die Aufgabe, vor die sich Cloud Computing Entwickler gestellt sehen. Wer sich dieser Herausforderung annehmen will, wird in David Chappells Text wichtige Denkanstöße finden.


















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