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10.06.2008
XML-Report: Kapitän verletzt, Elfmeter kassiertAlle gegen einen, so kennt man das ja. Denken Sie nur an Cäsar, der dem dolchschwingenden Brutus "Auch du mein Sohn, Brutus" entgegenrief. Man muss aber gar nicht bis in die Antike zurückgehen, um Verschwörungen auf die Schliche zu kommen. Was sollen beispielsweise die Schweizer und die Österreicher sagen? Die Eidgenossen verlieren im ersten Spiel der Europameisterschaft ihren Kapitän, gegen die österreichische Nationalmannschaft hingegen wird schon nach 180 Sekunden ein Elfmeter gepfiffen. In den einschlägigen Gazetten zweifelt man daraufhin gleich wieder am Fußballgott und diskutiert über Absprachen, Fehlentscheidungen und die ultimative Verschwörung. Vielleicht gehen Gedanken an einen Komplott auch vielen Microsoft-Mitarbeitern durch den Kopf. Denn immer mehr Länder lehnen sich offen gegen Open XML auf und legen Einspruch gegen die umstrittene Zertifizierung von Microsofts Dokumentenformat ein. Nachdem letzte Woche bereits Brasilien und Indien Protest anmeldeten, zog dieser Tage Venezuela gleich. Ob das nun eine Verschwörung gegen Microsoft oder berechtigte Kritik ist, das wird eines der Themen dieses XML-Reports. Venezuela gegen Open XMLNach Südafrika, Indien und Brasilien hat nun also auch Venezuela offiziell Protest gegen die Zertifizierung von Open XML als ISO-Standard eingelegt. Zwar erklärte ein Sprecher der ISO das Ende der Einspruchsfrist bereits für Freitag, der Protest Venezuelas, der im Laufe des Wochenendes einging, sei aber immer noch innerhalb der zweimonatigen Reaktionsperiode erfolgt. Die Gründe, die von Venezuela ins Feld geführt werden, sind die gleichen, die auch von den anderen Ländern angesprochen und im XML-Report der vergangenen Woche genannt wurden. Offline Web ApplicationsMal wieder etwas Neues gibt es aus der HTML-5-Ecke. Dort nämlich hat die HTML Working Group das Papier Offline Web Applications veröffentlicht. Der Titel mag auf den ersten Blick für Verwunderung sorgen, er trifft die Sache aber genau. Denn in HTML 5 gibt es einige Funktionen, mit denen sich Webapplikationen erstellen lassen, die auch offline arbeiten. Genau um diese Features geht es in diesem Papier. Allerdings darf an dieser Stelle der Hinweis nicht fehlen, dass sich der Umfang von Offline Web Applications in Grenzen hält. Interessant ist es aber allemal, wenn SQL-Möglichkeiten und die entsprechenden neuen Attribute für die Offline-Verfügbarkeit vorgestellt werden. Ein Blick lohnt also. Semantic Web and Life SciencesDie Semantic Web Health Care and Life Sciences Interest Group hat die beiden Papiere A Prototype Knowledge Base for the Life Sciences und Experiences with the conversion of SenseLab databases to RDF/OWL veröffentlicht. Im ersten wird eine medizinische Wissensdatenbank vorgestellt, in der 15 Datenquellen von derzeit verfügbaren Technologien aus dem Umfeld des semantischen Webs genutzt werden, zu denen auch OWL und RDF gehören. Zusätzlich wird dort gezeigt, wie sich die Daten mittels SPARQL abfragen lassen. Bei Experiences with the conversion of SenseLab databases to RDF/OWL geht es um die Umwandlung einer SenseLab-Datenbank in OWL. Beide Papiere zeigen, wie sich das semantische Web und die Medizin kombinieren lassen bzw. wie sich eine Kombination in Zukunft gestalten könnte. E-Government mit XML & Co.Auch das E-Government profitiert von XML, Barrierefreiheit & Co. Diese Erkenntnis präsentierte dieser Tage Tim Berners-Lee, seines Zeichens Direktor des W3C. Auslöser für diese und andere "Liebeserklärungen" ist die Gründung der eGovernment Interest Group. Deren selbst gestellte Mission ist es, den Zugang zu Regierungen und Behörden unter Zuhilfenahme offener Standards zu verbessern. Als Beispiel, dass staatliche Stellen die Interaktion mit Bürgern über Informationstechnologien zu schätzen wissen, führt Berners-Lee die in Deutschland mögliche Online-Steuererklärung an. Laut W3C bietet die Nutzung offener Standards enorme Vorteile. So bleiben beispielsweise die Daten bei der Nutzung offener Standards langfristig verfügbar, was sich positiv auf den Wert der Investitionen auswirkt. Als offene Standards werden dabei vom W3C unter anderem XML, das semantische Web, der mobile Zugriff und die Barrierefreiheit genannt. XML Code CampVom 16. bis zum 18. Juni findet in München das XML Code Camp statt. In den Intensiv-Workshops werden die verschiedensten Themen behandelt. Los geht es mit einem Einstieg in XML. Was XML ist und welche Möglichkeiten das DOM bietet, sind dabei nur zwei Aspekte. Der zweite Tag steht ganz im Zeichen von XPath und XSLT. Und für den ultimativen Blick über den Tellerrand wird am letzten Tag gesorgt. Dort geht es dann um die Kombination von XML mit PHP und .NET. Dass man tatsächlich etwas Fundiertes für sein Geld bekommt, macht ein Blick auf die Dozenten deutlich. Denn geleitet werden die Workshops von Arne Blankerts und Martin Szugat, beide sehr aktive und bekannte Mitglieder der XML-Community. Anmelden für das XML Code Camp können Sie sich direkt online unter http://entwickler.com/ssl/xml_cc/. Dort finden Sie übrigens auch Informationen zu Kollegenrabatten usw. XML-Tool der WocheDas klingt ja mal vielversprechend: "ASP.NET Maker 3 is a powerful yet easy-to-use ASP.NET code generator for ASP.NET 2.0". Und auch ein genauerer Blick auf die Herstellerseite des ASP.NET Maker 3 fördert Erstaunliches zu Tage. Denn in der Tat ist es so, dass sich mit diesem Tool auf einfache Weise ASP-Seiten erstellen lassen, die mit Daten aus einer Datenbank gefüllt werden. Unterstützt werden Microsoft Access, MS SQL Server, MySQL, Oracle und andere Datenbanken mit ADO- oder ODBC-Verbindung. Mit dem ASP.NET Maker lassen sich Webseiten erstellen, die es ermöglichen, Datensätze online zu sehen, zu bearbeiten, neu hinzuzufügen oder zu löschen. Das Tool kann in einer Demoversion von der Herstellerseite heruntergeladen werden. Wenn Sie sich anschließend für den Kauf entscheiden, werden 99 US-Dollar fällig. Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen. |
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