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13.07.2006
About Security #63: Angriffe auf TCP/IP – DDoSWie angekündigt geht es diese Woche um weitere Angriffe auf TCP/IP:
Distributed Denial of Service (DDoS-)Angriffe.
Während bei einem DoS-Angriff der Angriff von einem einzelnen Rechner
ausgeht, nutzt der Angreifer bei einem DDoS-Angriff eine große Zahl
von Rechnern. So genannte
"Distributed Denial of Service Tools"
wie
Trinoo,
Stacheldraht,
Shaft
oder
Tribal Flood Network (TFN)
/
TFN2K
dienen dem Aufbau der für die Angriffe genutzten Flood-Netzwerke und
sind auch ohne tief greifende Fachkenntnisse zu bedienen.
Prinzipiell werden für einen DDoS-Angriff dieselben Verfahren wie für einen DoS-Angriff verwendet (siehe About Security #58). Allerdings wird der Angriff nicht direkt vom Rechner des Angreifers ausgeführt, sondern von einer Vielzahl DDoS-Daemons, die der Angreifer zuvor eingerichtet hat. Meist wird zwischen Angreifer und DDoS-Daemon ein weiteres System eingesetzt, das die Steuerung der Daemons übernimmt.
DDoS am Beispiel von Trinoo
Die Kommunikation zwischen dem Angreifer und den Mastern erfolgt typischerweise über TCP-Port 27665, die zwischen Master und Daemon über UDP-Port 27444 bzw. zwischen Daemon und Master über UDP-Port 31335. Die jeweiligen Zugänge sind durch ein Passwort geschützt.
DDoS durch Botnets
DDoS durch DNS Amplification Attacks Die maximale Größe eines DNS-Response-Pakets war ursprünglich 512 Bytes. Eine typische DNS-Anfrage von 60 Bytes konnte also zu einer maximal 512 Byte großen Antwort führen, was einem Verstärkungsfaktor von 8,5 entspricht. Durch Erweiterungen des Protokolls wurde eine Vergrößerung der DNS-Antworten notwendig (siehe RFC 2671, Extension Mechanisms for DNS (EDNS0)), sodass der Absender der DNS-Anfrage nun einen ausreichend großen Puffer reservieren und dessen Größe dem befragten Name-Server mitteilen kann. Wird eine Puffergröße von 4.000 Bytes verwendet, führt eine DNS-Anfrage von 60 Bytes nun zu einer um mehr als das 60-fache verstärkten Antwort. Der Angreifer benötigt für seinen Angriff nur einen gültigen Domain-Namen, zu dessen DNS-Einträgen ein großer Text-Record gehört und eine DNS-Anfrage mit gefälschter Senderadresse. Wie beim DNS-Spoofing kann der Angreifer einen eigenen Name-Server verwenden. Diesen konfiguriert er entsprechend RFC 2671 so, dass u.a. ein großer Text-Record vorhanden ist. Ein hoher Timeout-Wert sorgt dafür, dass die Daten von den für den Angriff ausgenutzten Name-Servern lange gecached werden. Der Angreifer konstruiert dann eine DNS-Anfrage nach allen DNS-Einträgen zu seiner Domain, gibt einen großen Puffer an und verwendet als Senderadresse die des gewünschten Opfers. Diese gefälschte DNS-Anfrage wird an eine Reihe von Name-Servern, die rekursive Anfragen von beliebigen Clients entgegennehmen (sog. Open Resolver), gesendet. Für das Senden der Anfragen kann z.B. ein Botnet verwendet werden. Die Name-Server beantworten die Anfragen und senden ihre Antwort an die gefälschte Senderadresse, wodurch es beim Opfer zum DoS durch Überflutung kommt.
Gegenmaßnahmen Trotzdem (oder gerade deswegen) sollten die eigenen Systeme so sicher wie möglich konfiguriert werden. Im Fall der Name-Server bedeutet das z.B., sofern möglich Rekursion zu deaktivieren oder rekursive Anfragen nur aus dem eigenen Netz entgegenzunehmen. Ein nicht-rekursiver Name-Server ist auch nicht anfällig für Cache-Poisoning. Das CERT Coordination Center der Carnegie Mellon University hat eine Anleitung zu Sicherung von Name-Servern veröffentlicht (englische PDF-Datei). In der nächsten Woche geht es um weitere Schutzmaßnahmen gegen Angriffe auf TCP/IP und das Erkennen von Systemen anhand ihres TCP/IP-Stacks, das sog. Fingerprinting. Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen! Alle bisher erschienenen Security-Features (http://entwickler.de/zonen/portale/psecom,id,234,nodeid,.html) |
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