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10.11.2005
About Security #31: Die Firewall — FTP-VerbindungenFTP-Verbindungen lassen sich durch den Paketfilter nicht mit den in About Security #30 vorgestellten einfachen Regeln filtern, da für die Übertragung der Befehle und Daten separate Verbindungen aufgebaut werden. Wie die entsprechenden Regeln für den Paketfilter aufgebaut sein müssen, erfahren Sie in dieser Folge von About Security, in der außerdem zustandsorientierte Paketfilter vorgestellt werden. FTP-VerbindungenIm Gegensatz zu z.B. HTTP und HTTPS verwendet FTP zwei TCP-Verbindungen, je eine zur Übertragung der Befehle und der Daten. Für den Verbindungsaufbau gibt es zwei Methoden: aktiv und passiv.
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aktuell Die aktive Methode hat für einen Paketfilter auf der Client-Seite den Nachteil, dass ein entfernter, nicht vertrauenswürdiger Rechner eine Verbindung zu einem nicht wohldefinierten Port auf dem Client aufbauen will. Ein zustandsloser Paketfilter müsste daher alle eingehenden Verbindungen von Port 20 an Ports ab 1024 akzeptieren, was ein riesiges Loch in die Firewall reißt. Aus Client-Sicht sollte deshalb die passive Methode bevorzugt werden. Die Firewall auf der Serverseite hat dafür bei der passiven Methode das Problem, dass ein entfernter, nicht vertrauenswürdiger Rechner eine Verbindung zu einem nicht wohldefinierten Port auf dem FTP-Server aufbauen will. Möchte man nur Verbindungen zu wohldefinierten Ports erlauben, kann der FTP-Server also nur die aktive Methode unterstützen. Die Lösung dieses Problems sind zustandsorientierte Paketfilter: Wenn eine Verbindung für die Befehlsübertragung aufgebaut wird, erkennt der zustandsorientierte Paketfilter, dass nun der FTP-Client eine Verbindung zu dem vom FTP-Server bekanntgegebenen Port aufbauen wird. Eine temporär eingefügte Regel erlaubt dann den Aufbau der gewünschten Verbindung zum bekanntgegebenen Port für die Datenübertragung. Zustandsorientierte PaketfilterZustandsorientierte Paketfilter (Stateful Inspection) berücksichtigen auch die Informationen der Anwendungsschicht. Die Status- und Kontextinformationen einer Kommunikationsbeziehung werden in Zustandsautomaten gespeichert. Während ein normaler Paketfilter von außen alle Pakete mit gesetztem ACK-Flag nach innen durchleitet, dürfen einen zustandsorientierten Paketfilter nur Pakete passieren, die zu einer bestehenden Verbindung gehören, d.h., es ist vorher ein zugehöriges Paket mit gesetztem SYN-Flag von innen nach außen durchgeleitet worden.
Dynamische PaketfilterBei verbindungslosen Protokollen wie UDP kann nicht festgestellt werden, welche Seite eine Verbindung aufgebaut hat. Dynamische Paketfilter sind eine Erweiterung normaler (statischer) Paketfilter: Sie protokollieren Senderadresse und -port sowie Zieladresse und -port ausgehender Pakete und können bei Bedarf ihre Filterregeln temporär ändern. Anhand der gespeicherten Informationen über gesendete UDP-Pakete können sie erkennen, ob ein von außen kommendes UDP-Paket die Antwort auf eine zuvor gesendete Anfrage ist. Entsprechende temporäre Regeln lassen die erwarteten Pakete passieren, während nicht erwartete Pakete weiter durch die Standardregeln abgewiesen werden. Reject oder Deny?Für die Behandlung unerwünschter Pakete gibt es zwei Möglichkeiten: Reject und Deny. Reject ist eine aktive Ablehnung des Verbindungsaufbaus durch ein ICMP-Paket (Destination Unreachable). Deny ist das kommentarlose Verwerfen des Verbindungsaufbaus, sodass die Gegenseite erst durch ein Timeout erkennt, dass keine Verbindung aufgebaut werden konnte. Während ein Angreifer problemlos eine Vielzahl von Portscans gleichzeitig starten und danach auf das Ergebnis warten kann, werden normale Benutzer durch das Warten auf ein Timeout behindert. Daher sollte Reject vorgezogen werden (s. z.B. diese Beschreibung). Welche Ansätze es für das Aufstellen der Regeln gibt, wie diese angeordnet sein müssen und welche Vor- und Nachteile Paketfilter haben, erfahren Sie in der nächsten Folge Außerdem werden dann Application Level Gateways vorgestellt. Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen! About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "Firewall"
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