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04.08.2005

About Security #17: HTTP Request Smuggling


Request Hijacking und Request Credential Hijacking sind zwei weitere mögliche Angriffe durch das in About Security #17 beschriebene HTTP Request Smuggling. In dieser Folge erfahren Sie, wie diese Angriffe ablaufen.

Request Hijacking

Beim Request Hijacking wird eine Cross-Site-Scripting-Schwachstelle in einer Webanwendung ausgenutzt, um einen dem Cross-Site Scripting ähnlichen Angriff durchzuführen. Voraussetzung für derartige Angriffe ist ein Proxy-Server zwischen Client und Webserver. Im Gegensatz zum in About Security #17 beschriebenen Vergiften des Web-Caches muss der Proxy-Server jedoch nicht cachen.

Im folgenden Beispiel (nach dem in About Security #17 erwähnten Whitepaper von Watchfire (PDF)) sei der Parameter 'daten' der Seite /verwundbar.jsp einer Webanwendung anfällig für Cross-Site Scripting.

 1 POST /irgendwas.jsp HTTP/1.0
2 Connection: Keep-Alive
3 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
4 Content-Length: 10
5 Content-Length: 195
6
7 ist=nichtsPOST /verwundbar.jsp HTTP/1.0
8 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
9 Content-Length: 85
10
11 parameter1=wert1&daten=<script>alert("Datenklau:"
%2bdocument.cookie)</script>&muell=

[Zeile 11 ist dabei, wie auch bei späteren Beispielen, eine einzige Zeile. Der Umbruch dient nur der besseren Lesbarkeit.]

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Ein Microsoft-ISA/2000-Proxy-Server parst das Beispiel als einzelnen POST-Request mit einer Content Length von 195 Bytes (Zeilen 1–11). Ein Tomcat Web-/Application-Server parst es als einen vollständigen POST-Request mit einer Content-Length von 10 Bytes (Zeilen 1–7 einschließlich des 'ist=nichts' in Zeile 7) und einen unvollständigen POST-Request mit einer Content Length von 85 Bytes (Zeilen 7–11 ohne das 'ist=nichts' in Zeile 7). Unvollständig, da von den 85 Bytes nur 84 geliefert wurden. Der erste (vollständige) Request wird beantwortet und die Antwort vom ISA-Server an den Angreifer gesendet. Der zweite (unvollständige) Request wird vom Tomcat-Server gespeichert.

Leitet der ISA-Server danach zum Beispiel einen GET-Request von einem Client an den Tomcat-Server weiter, wird von diesem das erste empfangene Byte als Vervollständigung des gespeicherten Requests betrachtet. Der Rest des neuen Requests wird als ungültig verworfen und der vervollständigte gespeicherte Request beantwortet:

 7 POST /verwundbar.jsp HTTP/1.0
8 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
9 Content-Length: 85
10
11 parameter1=wert1&daten=<script>alert("Datenklau:"
%2bdocument.cookie)</script>&muell=G

Der Client erhält als Antwort eine HTML-Seite mit folgendem eingeschleusten JavaScript-Code:

<script>alert("Datenklau:"+document.cookie)</script>

Genauso kann jeder beliebige andere JavaScript-Code eingeschleust werden.

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Der Angreifer kann auch die übertragenen Cookies und Daten der HTTP-Authentifizierung stehlen. Diese befinden sich in den HTTP-Headern des Client Requests. Durch entsprechende Wahl des Content-Length-Headers in Zeile 9 kann der Angreifer diese Daten in die Antwort an den Client schreiben lassen, von wo aus er sie sich vom gleichzeitig eingeschleusten JavaScript-Code zusenden lässt:

 1 POST /irgendwas.jsp HTTP/1.0
2 Connection: Keep-Alive
3 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
4 Content-Length: 10
5 Content-Length: 395
6
7 ist=nichtsPOST /verwundbar.jsp HTTP/1.0
8 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
9 Content-Length: 600
10
11 parameter1=wert1&daten=<script>
[Code zum Sammeln und Senden der Daten]</script>

Der unvollständige HTTP-Request in den Zeilen 7–11 umfasst deutlich weniger als die angegebene Content-Length von 600 Bytes. Dadurch werden die ersten rund 300 Bytes des nächsten Requests in die Antwort integriert. Die darin enthaltenen HTTP-Header liefern die gewünschten Informationen wie Cookies des Clients, Authentifizierungsdaten und die angeforderte URL, die ebenfalls sensitive Informationen enthalten kann.

Request Credential Hijacking

Ein Angreifer kann durch folgenden Angriff auch ein Skript mit den Authentifizierungsdaten (Credentials) eines Benutzers aufrufen:

 1 POST /irgendwas.jsp HTTP/1.0
2 Connection: Keep-Alive
3 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
4 Content-Length: 10
5 Content-Length: 135
6
7 ist=nichtsGET /ein_skript.jsp?parameter1=wert1 HTTP/1.0
8 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
9 Content-Length: 0
10 Wegdamit:

Sendet der Client danach einen Request wie zum Beispiel

 GET /eine_seite.jsp HTTP/1.0
Cookie: user_id=1234567
Authorization: Basic abrakadabra

vervollständigt der Tomcat-Server damit den unvollständigen Request zu

 7 GET /ein_skript.jsp?parameter1=wert1 HTTP/1.0
8 Content-Type: application/x-www-form-urlencoded
9 Content-Length: 0
10 Wegdamit: GET /eine_seite.jsp HTTP/1.0
11 Cookie: user_id=1234567
12 Authorization: Basic abrakadabra

und führt ihn aus: Das Skript /ein_skript.jsp wird mit den Authentifizierungsdaten des Clients ausgeführt und das Ergebnis an den Client geschickt.

Inzwischen kennen Sie drei mögliche Angriffe über HTTP Request Smuggling: Das Vergiften von Webcaches, Request Hijacking und Request Credential Hijacking. In der nächsten Folge lernen Sie weitere Angriffe kennen: Die Täuschung von Firewalls und Intrusion-Detection- bzw. Prevention-Systemen und weitere mögliche Angriffe.

Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!

Carsten Eilers

About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "Sichere Webanwendungen"




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